Die innere Haltung

Das Bild der Kyudo-Bogenschützin macht deutlich, worum es geht. In dem Ausdruck der jungen Frau kommt Konzentration und vor allem auch Wesentlichkeit zum Ausdruck. Keine Oberflächlichkeit, keine Show. Der Rat seines japanischen Bogenschießlehrers ist entsprechend:

„Denken Sie nicht daran, was Sie tun müssen, überlegen Sie nicht, wie Sie es durchführen sollen! Der Schuss wird nur reibungslos verlaufen, wenn er den Bogenschützen selbst überrascht.“

Und weshalb soll ich in meiner Lebenskunst nicht so exzellent werden können wie etwa Bruce Lee? Er verinnerlichte, was er las und setzte es in die Tat um. Jede wichtige Lektion, die er auf intellektueller Ebene erlernen konnte, wandte er auf sein tägliches Leben an. Die Kampfkünste waren sein wichtigstes Mittel dafür.

„Mein“ Dojo ist vor allem dieses:

Da ereignet sich das Gleiche wie im Kyudo: Man darf nicht darüber nachdenken, was man tun müsste, sollte oder könnte. Keinen Gedanken darf ich an die Durchführung verschwenden! Die Fahrt verläuft reibungslos, wenn ich selbst von meinem Fahren in diesem Sinne überrascht werde.

Für den pragmatisch Denkenden: Das ist angewandtes Denken durch NichtDenken. Was nicht bedeutet, dass ich ohne Planung und ohne Vorbereitung weit kommen würde. Das ist definitiv nicht der Fall.