Der Schlussstein, der alles verbindet

Ohne die Kraft der Ethik ist die Kraft meiner Gedanken zwar eine effektive Kraft, jedoch ziel- und wahllos, manipulier- und verführbar. Dass die Kraft der Ethik für mich unverzichtbar ist, das merke ich immer wieder an und in meiner Musikauswahl.

Darin spiegelt sich mein Bedürfnis nach Frieden, nach Leichtigkeit, nach Gemeinschaft und Verbundenheit, nach Respekt voreinander. Es hat seinen Grund, warum ich die Musik der 68 liebe, genauso wie Orgel, vor allem Bach, die Musik des Klezmer und manchmal nur Klavier brauche, um mich wieder zu orientieren.

Diese Art der Musik gibt meinem Leben immer wieder die Richtung, die ich mir wünsche, die ich leben will.

Orientierung

Immer wieder habe ich mich gefragt, woran ich mich orientieren kann, woran ich mich ausrichten kann. Ich habe lange gesucht, bis ich begriffen habe, dass mir mein eigenes Leben die Antwort gibt; meine Sehnsucht zeigt mir ganz klar den Weg:

Gelassenheit
Friedfertigkeit
Verbundenheit
Respekt und Demut
Lebensfreude

Eines kommt hier sicher nicht vor, das ist Moral. Niemand anderes hat mir zu sagen, wie ich zu sein habe.

Lebensfreude

Allein das Schreiben dieses Wortes bringt ein breites Grinsen in mein Gesicht. Was gibt es da noch zu sagen? Wobei das nicht bedeutet, dass ‚Spaß zu haben‘ mir genügen würde. Gerade Lebensfreude darf nie oberflächlich sein.

Respekt und Demut

Respekt und Demut vor dem Sein des Anderen ist mir ein tiefes Bedürfnis geworden. Sicher hat das seinen Ursprung in unserer Familiengeschichte, wo Respekt und Demut gewissermaßen Fremdwörter waren. Bin ich respektvoll und demütig, ohne unterwürfig zu sein, dann brauche ich mir über richtig und falsch und über Gerechtigkeit keine Gedanken mehr machen, dann bin ich es.

Verbundenheit

Es ist eines, mich mit allem verbunden zu wissen, etwas anderes ist es, das auch wirklich zu leben. Manchmal eine wirkliche Herausforderung, stellt einen das doch immer wieder vor schwierige Entscheidungen. Aber wie sagt doch der Ostfriese? Wat mutt, dat mutt. Verbundenheit gehört nicht in die Wunschabteilung, sondern ist ein Grundbedingung, wollen wir wahrhaftig leben.

Friedfertigkeit

Das ist ganz offensichtlich schon immer ein grundlegendes Bedürfnis von mir gewesen. Vielleicht war ich zu ängstlich, mich als Kind zu prügeln, ich denke aber nicht. Als das Leben für mich schwierig zu werden begann habe ich das leider immer wieder ignoriert, auch in meinem Beruf als Anwalt habe ich erst später wieder zur Friedfertigkeit gefunden. Aikido hat mir da den Weg gezeigt.

Gelassenheit

Manchmal laufe ich Gefahr, meine Gelassenheit zu verlieren, nämlich dann, wenn ich nicht wirklich im Reinen mit mir selbst bin. Mit Gelassenheit fängt es im Grunde an. Dabei hilft es mir, wie Viktor Frankl es gesagt hat, immer wieder diese kleine Pause zwischen Reiz und Reaktion einzufügen, damit ich mir bewusst bin, was ich tue beziehungsweise tun werde.